Rollenverteilung:

Nichts ist schlimmer, als ein Mobbing-Mandant, der in meinem Fall rumpfuscht.
Mit Erteilung des Mandats ist "sein" Fall nämlich mein Fall.

Die Aufgabe des Mandanten ist, sich um die Wiederherstellung seiner Gesundheit zu kümmern.
Meine Aufgabe ist es, seine arbeitsrechtlichen Interessen wahrzunehmen.

Mit anderen Worten: der Mandant soll bitte alles unterlassen, was seine rechtliche
Position schwächen kann. Insbesondere sind zu unterlassen:

- Anrufe beim Chef, bei Kollegen und Kunden, um auf den Sachverhalt hinzuweisen,
- emails an obigen Adressatenkreis, insbesondere zu fortgeschrittener Stunde,
- Facebook-Postings zum Thema, nicht auf der eigenen, und nicht auf der Firmenseite,
- besonders unter Alkohol oder Psychopharmaka oder mitten im depressiven Schub,
- Dienstaufsichtsbeschwerden,
- Strafanzeigen oder Drohung mit Strafanzeigen,
- Drohungen mit der Presse oder Kontaktaufnahme zur Presse.

Warum?

Konfliktmanagement (also insbesondere Konflikteskalation oder -deeskalation) ist ein sensibles
Thema. Übertreibt man es mit der Eskalation, provoziert man den Arbeitgeber über Gebühr,
muss man mit Kurzschlussreaktionen der Gegenseite rechnen, z.B. einer fristlosen Kündigung.
Ja, darf denn der Arbeitgeber einfach fristlos kündigen?
Nein, darf er meist nicht. Aber wenn er es trotzdem tut?
Fristlose Kündigung bedeutet: von jetzt auf gleich kein Einkommen mehr.
Arbeitsagenturen verhängen fast immer 12 Wochen Sperrzeit.
Haben Sie ein finanzielles Polster für drei Monate?
Ausserdem bekommen Sie ein miserables Zeugnis, mit dem Sie sich nicht bewerben können.
Das bedeutet: nach 12 Wochen Sperrzeit gibt´s wahrscheinlich erst mal nur Arbeitslosengeld.
Bis das Arbeitsgericht über die fristlose Kündigung entschieden hat, sind Sie finanziell und
nervlich am Ende und müssen auch einen schlechten Vergleich akzeptieren.

Also: Funkstille!
Priorität hat die Wiederherstellung der Gesundheit, nicht Rache- oder "Aufklärungs"-feldzüge!

06.April 2013

RA Frank Linzer
www.linzer.de