Zur Darlegungslast hinsichtlich des Mobbingsachverhaltes

Darlegungslast ist ein erklärungsbedürftiges Wort. Gemeint ist:

der Kläger muss vor Gericht genau beschreiben, was passiert ist.

Das Arbeitsgericht Offenbach und das Arbeitsgericht Mannheim haben jetzt zwei
Klagen abgewiesen, weil die Gerichte der Ansicht waren, es genüge nicht zu sagen, was
der der Chef zum Mitarbeiter gesagt hat. Nein, der Kläger hätte den gesamten Gesprächsverlauf
schildern müssen. Das ist in der Praxis kaum möglich und überspannt meines Erachtens
die Anforderungen, die Gerichte an das klägerische Vorbringen stellen dürfen.

In einer Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Mannheim) hat sich
die Vorsitzende Richterin schon mal dieser Meinung angeschlossen. Wenn einer zum anderen
zum Beispiel sagt "Du Schwein", dann ist das in sich klar, man muss nicht den gesamten
Wortlaut wiedergeben.

Trotzdem empfehle ich hiermit: wenn Sie verbal angegriffen werden, sei es im 4-Augen-Gespräch
oder vor Kollegen, schreiben Sie sich möglichst den genauen Wortlaut des Gespräches auf.
Also nicht nur die Worte, mit denen man Sie angreift, sondern auch den Kontext, also wie
sich das Gespräch entwickelt hat. Und am besten in direkter Rede.